William Boyle im Interview mit Sonja Hartl zu „Eine wahre Freundin“
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Ihre Romane haben bisher immer in Brooklyn gespielt, auch „Eine wahre Freundin“ beginnt wieder in Gravesend. Was reizt Sie an dieser Nachbarschaft?

Ich komme aus Süd-Brooklyn. Ich bin in den Vierteln aufgewachsen, über die ich schreibe. Vor allem an der Grenze zweier Nachbarschaften: Gravesend und Bensonhurst. Diese Straßen waren meine ganze Welt. Dort wurde „Saturday Night Fever“ gefilmt. Auch die Verfolgungsjagd von „The French Connection“. Es war ein italienisch-amerikanisches Viertel, es gibt eine lange Mafiageschichte. Trotz meines Nachnamens (der schottisch ist – mein Vater wurde dort geboren) wuchs ich mit der italienischen Seite meiner Familie (den Gianninis) auf – mein Vater trennte sich von meiner Mutter, als ich ein Baby war. Ich war von klein auf von Mafiosi fasziniert. Der Süden von Brooklyn war ein mythischer Ort, aber er war auch ein sterbender Ort, der sich eng und fast kleinstädtisch anfühlte – es war das Ende von Brooklyn, und Manhattan war eine Welt entfernt.

Über das Aufwachsen in Brooklyn haben Sie einmal geschrieben: „the air was always heavy with mob tales“ und gleichzeitig haben Sie als Teenager angefangen, Kriminalromane zu schreiben. Wie haben diese zwei sehr verschiedenen Einflüsse Sie geprägt?

Ich glaube, ich habe sie nicht als sehr unterschiedlich empfunden. Die Leute in der Nachbarschaft haben geredet. Es gab Million Legenden. Ich lebte mit meiner Mutter in der Wohnung, in der Gaspipe Casso der Vormieter war. Das hat sicherlich meine Fantasie beflügelt. Aber ich fühlte mich zur Krimi-Fiktion hingezogen, weil Geschichten erzählt wurden – und die Psychologie von Menschen untersucht wurde, die schlechte Entscheidungen treffen und schlechte Dinge tun. Ich fühlte mich von kriminellen Narrativen vor allem als Mittel zum Verständnis der Stadt und der Welt hingezogen.

Wann oder wie haben Sie verstanden, dass diese Legenden und die Realität nicht zusammenpassen?

Ich weiß nicht, ob mir das jemals ganz klar war. Es gab eine Menge Schwachsinn da draußen, aber auch vieles davon war wahr – oder eine Variation davon war. Das Schlimmste, was man sich vorstellen konnte, war tatsächlich geschehen – es waren nicht nur Legenden und Mythen, obwohl die Geschichten manchmal in der Erzählung verdreht und verstümmelt wurden. Aus der Perspektive des Geschichtenerzählens hatte es auf mich die Wirkung, dass meine ganze Welt sich mythisch anfühlte.

In einem Essay schreiben Sie über Aufwachsen in Brooklyn und erwähnen den Mord an Yusuf Hawkins 1989 – ein Schwarzer Teenager, der 1989 in Bensonhurst von weißen Jugendlichen ermordet wurde. Rena denkt an einen ähnlichen Vorfall. Ist das eine Anspielung?

Ich war zehn Jahre alt, als der Mord an Yusuf Hawkins mein Leben völlig veränderte. Das geschah in meiner Nachbarschaft. Ich kannte die älteren Jungen nicht, die es getan haben, aber ich kannte Kinder wie sie. Spike Lees „Do the Right Thing“ kam damals auch heraus und veränderte mein Leben. Mir wurden Dinge bewusst, die ich vorher nicht wirklich kannte oder verstand – Rassismus, Böses, die Art und Weise, wie diese Dinge weitergegeben werden. Meine Gefühle über Brooklyn und meine Nachbarschaft veränderten sich. Die Szene im Buch spielt nicht speziell auf den Mord an Yusuf Hawkins an; es ist ein fiktives Ereignis, aber es ist ein wenig davon inspiriert, ebenso wie von einigen anderen prominenten und beunruhigenden NYC-Geschichten aus diesen Jahren.

Haben Sie auch einen Bezug zur Bronx? Dorthin flieht Rena ja als erstes.

Mit 18 Jahren bin ich wegen des Colleges wegzogen, dann lebte ich in einer Stadt namens New Paltz im Hudson Valley, die auch in „Eine wahre Freundin“ vorkommt. Dort lernte ich meine Frau Katie kennen. Ihre Familie stammte aus der Bronx. Nachdem wir eine Weile in New Paltz gelebt hatten, zogen wir nach Throggs Neck, dem Stadtteil der Bronx, wo ihr Vater 25 Jahre lang eine Bar besaß. Throggs Neck war auch ein Viertel am Ende der Gesellschaft, so dass es sich nicht so weit entfernt anfühlte. Ich fühlte eine Art Verbindung zum Outer Borough, denke ich.

Wie war es für Sie, in der Bronx zu leben?

Da ich in Brooklyn aufgewachsen bin, war auch die Bronx eine andere Welt für mich – ich war nur einmal vorher dort, um die Yankees spielen zu sehen. Throggs Neck war sogar noch isolierter als Gravesend und Bensonhurst, weil die U-Bahn nicht dorthin fuhr – es gab einen Teil, Silver Beach (wo auch „Eine wahre Freundin“ spielt), der sich wirklich wie nichts anderes anfühlte, das ich je in New York gesehen hatte. Er war mir ein Rätsel. Als ich über einen Ort nachdachte, an den Renas Tochter Adrienne vielleicht geflohen war, der zwar immer noch die Stadt war, aber die gegenüberliegende, am weitesten entfernte Ecke der Stadt war, fiel mir Silver Beach ein. Die Bronx und Brooklyn haben viele Gemeinsamkeiten, aber – besonders jetzt, im Zeitalter der Gentrifizierung – ist Brooklyn gewachsen und hat sich stark verändert, während der Großteil der Bronx gleich geblieben zu sein scheint. Sie sind eindeutig auch die besten Bezirke von New York.

Die Yankees und insbesondere Derek Jeter kommen ja auch in Ihrem Roman vor. Warum sind sie so wichtig – insbesondere für Lucia?

Baseball war für mich eine große Sache, als ich aufwuchs. Mein Stiefvater war ein großer Yankees-Fan, in der Familie meiner Frau sind allesamt eingefleischte Yankees-Fans. Ein großer Teil der Mystik und Magie der Bronx kommt von den Yankees, die dort sind. Es schien unmöglich für Lucia, nicht darin gefangen zu sein. Und die Mannschaften aus den späten 1990er und 2000er Jahren waren für das Herz der Stadt so wichtig. Jeter war nur einer dieser majestätischen, berühmten Sportler, der gut, bescheiden und geheimnisvoll war – klar, dass Lucia sich in diesen ikonischen Spieler verliebt hatte.

Wie haben Sie versucht, sich der Atmosphäre in Throggs Neck anzunähern – eher als Außenseiter, als jemand, der dorthin gezogen ist? Oder als Insider?

Als ich in Throggs Neck wohnte, wohnten wir in dem Haus, in dem Katies Vater aufgewachsen war, und lebten mit ihrem Onkel und ihrem Cousin zusammen. Ein Großteil ihrer Familie lebt noch in der Nachbarschaft. Ihr Vater starb, als sie zwölf Jahre alt war, aber alle kannten und liebten ihn und behandelten uns so gut, weil sie Johnny Farrells Kind war. Ich habe definitiv einen Insiderblick. Und ich ging überall hin, erkundete viel, las eine Menge über die Nachbarschaft und hörte mir die Geschichten aller an – es war vertraut, so nah habe ich mich an einem anderen Ort meinem eigentlichen Zuhause noch nie gefühlt.

Warum spielt der Roman in den frühen 2000er Jahren?

Im Jahr 2006 sind wir in die Bronx gezogen, daher fand ich es ganz praktisch, das Buch 2006 spielen zu lassen, da wir seither nicht mehr oft in diese Nachbarschaft zurückgekommen sind, seit wir 2008 weggezogen sind. Es ist auch eine Zeit, in der noch nicht jeder ein Handy hatte (mein erstes Klapphandy bekam ich Ende 2006), deshalb war ich froh, dass ich das nicht berücksichtigen musste und noch erzählen konnte, wie es früher war: sich ohne Karte zu verlaufen, ein Münztelefon zu brauchen, was auch immer. Die Stadt hat sich in den letzten 14 Jahren so sehr verändert. Es hatte schon vorher angefangen, aber gegen Ende der 2000er Jahre ging es richtig los.

Sie schreiben also über Orte, die Sie kennen, auch zu Zeiten, in denen Sie sie kannten. Inwiefern ist das wichtig für Sie?

Für mich ist es entscheidend, den Ort auf einer gewissen Ebene zu kennen. So gut wie alles, was ich geschrieben habe, spielt in Brooklyn, in der Bronx, in anderen Teilen von New York City oder im Hudson Valley – den Orten, die ich am besten kenne. Ich habe auch Szenen und Geschichten geschrieben, die in Austin, Texas und Nord-Mississippi spielen, beides Orte, an denen ich gelebt habe (derzeit lebe ich in Oxford, Mississippi). Dennoch glaube ich nicht, dass man automatisch die Kompetenz bekommt, über einen Ort zu schreiben, nur weil man dort lebt oder gelebt hat. Zum Beispiel lebe ich seit einem Jahrzehnt in Missippi, dennoch fühle ich mich nicht wohl bei dem Gedanken, darüber zu schreiben. Ich habe das Gefühl, es ist nicht mein Ort, es liegt mir nicht so im Blut wie Brooklyn. Gleichwohl glaube ich an die Vorstellungskraft, und ich glaube, dass es möglich ist, einen Ort zu treffen, ohne viel Zeit oder gar Zeit dort zu verbringen – das Gleiche gilt natürlich auch für das Schreiben über eine andere Epoche. Mir persönlich würde es nur sehr schwerfallen, das gut zu machen.

Mit Lucia, Rena und Wolfstein haben Sie sehr ungewöhnliche Hauptfiguren, man würde sie eher am Rand einer Geschichte vermuten, nicht im Zentrum. Warum haben Sie über sie geschrieben?

Das Buch sollte immer von Rena, einer Mafia-Witwe, und Wolfstein handeln, einem Golden-Age-Pornostar, der Anfang der 1970er Jahre am Times Square groß geworden ist. Zuerst wusste ich nicht, dass die Mafia eine so große Rolle spielen wird wie sie sie am Ende hat, dazu ist es gekommen, weil sich Rena alten Geistern gestellt hat. Ursprünglich hatte ich geplant, dass Lucia viel jünger sein würde, aber es war interessant zu sehen, wie die Folgen der Handlungen ihrer Familie, insbesondere die ihres Großvaters und ihrer Mutter, sie als ängstliche Fünfzehnjährige beeinflusst hatten. Mit Lucia wollte ich eine Figur wie diejenige schreiben, die Linda Manz in Dennis Hoppers „Out of the Blue“ spielt. Vieles von dem, was hier zu sehen ist, hat seine Wurzeln in der Mythologie meines Viertels, aber ich mochte die Idee, diese Dinge am Rande zu haben und die wahre Geschichte aus der Perspektive älterer Frauen zu erzählen, die ihre eigenen Wege zum Überleben gefunden hatten, und aus der Perspektive eines jüngeren Mädchens, das lernen musste, auf die gleiche Weise zu überleben.

„Out of the Blue“ haben Sie schon erwähnt, aber es finden sich ja noch viele weitere filmische Referenzen in Ihrem Roman. Martin Scorsese kam mir mehrfach in den Sinn. Welchen Einfluss hatten Filme auf Sie?

Ich bin offensichtlich ein großer Scorsese-Fan. Er war und ist für mich der große Dichter von New York (na ja, er und Lou Reed). Ich glaube, ich habe durch Film viel über Struktur und Rhythmus und das Tempo gelernt. „Mean Streets“, „Taxi Driver“ und „Raging Bull“ haben mein Denken und meine Sicht auf die Welt verändert, bevor Bücher überhaupt einen nennenswerten Einfluss auf mich hatten. Es gab auch so viele Schauspieler und Schauspielerinnen, die ich bewunderte, und ich wollte in meinem Kopf Rollen für sie schreiben. Ich wusste schon in der Highschool, dass ich nicht zum Filmemachen oder gar zum Drehbuchschreiben geeignet war – das ist zu sehr auf Zusammenarbeit bedacht -, aber ich trug diese Liebe in die Romane, an denen ich arbeitete. Ich glaube, meine Bücher sind von der Liebe zum Film (und auch zur Musik und Literatur) durchdrungen.

Gibt es bei „Eine wahre Freundin“ spezielle Filme, die das Buch beeinflusst haben?

Bei diesem Buch waren es Jonathan Demmes „Something Wild“ und „Married to the Mob“. Ich liebe Demmes Bandbreite als Regisseur, und ich denke, diese Filme haben mich gelehrt, dass eine Geschichte stilistisch auf viele verschiedene Weisen wild sein kann. Sie kann lustig und romantisch sein, dennoch gewalttätig und schockierend. John Cassavetes‘ „Gloria“ war ein weiterer großer Einfluss. Ich liebe Cassavetes und Gena Rowlands ist mein Lieblingsschauspielerin überhaupt. Ich wollte eine solche Figur schreiben, und Wolfstein ist die, die ich mir ausgedacht habe. Ich liebe Preston Sturges und seine verrückten Komödien – sie hatten einen großen Einfluss auf mich. Howard Hawks‘ „Ball of Fire“ ist ein weiterer Favorit – ich wollte so etwas schreiben. Ich liebe auch Hollywoods Pre-Code-Ära, diese wilden Filme aus den frühen 1930er Jahren. Sie sind knapp und doch voller Action, voller seltsamer Entscheidungen, die sich nicht um Genres scheren. Sie sind auch voller großartiger Rollen für Frauen. Nehmen Sie Mervyn Le Roys Film „Three on a match“ von 1932. Er dauert dreiundsechzig Minuten und geht an Orte, die man nie erwarten würde. Er ist teils eine Coming-of-Age-Geschichte, teils ein Melodrama, teils ein Gangsterfilm. William A. Wellmans „Safe in Hell“ ist ein weiterer unberechenbarer und gefährlich anmutender Film. Ich wollte auf jeden Fall etwas schreiben, das nicht an eine bestimmte Erzählweise gebunden ist.

Würde Ihr Buch verfilmt werden – welche Schauspielerinnen würden Sie sich als Besetzung wünschen?

Darüber habe ich lange nachgedacht, denn dieses Buch ist ein Liebeslied an Schauspielerinnen, die ich schon lange bewundere. Für Rena habe ich an Edie Falco oder Michelle Pfeiffer gedacht. Für Wolfstein kommt mir Susan Sarandon in den Sinn, aber ich denke, es könnten auch Geena Davis, Lily Tomlin oder Helen Mirren sein. Sie ist keine der Hauptfiguren, aber ich habe Jessica Lange definitiv als Mo gesehen. Lucia ist fünfzehn, und ich kann nicht sagen, dass ich die Namen vieler junger Schauspielerinnen kenne, aber wer auch immer sie ist, sie müsste in etwa wie Natalie Portman als Kind in „Heat“ sein.

Sie haben Ihr Buch als „Screwball Noir“ bezeichnet. Was meinen Sie damit?

„Screwball noir“ kam mir zum ersten Mal in Anlehnung an Demmes „Something Wild“ in den Sinn. Es war ein Begriff, den ich sofort liebte, der den Kontrast zwischen Hell und Dunkel zu definieren schien, nach dem ich mich sehnte. Ich hatte das Glück, schon in ziemlich jungen Jahren Krimis zu lesen. Ich war elf oder zwölf Jahre alt, als mein Vater mir bei einem meiner Wochenendbesuche einige Ed McBain-Bücher gab. Von da an hatte ich keine wirkliche Orientierungshilfe. Als zwanghafter Filmgucker las ich Bücher, die auf Filmen basierten, die ich mochte (so entdeckte ich bald darauf Jim Thompsons „The Grifters“), aber meistens war ich auf Bibliotheken und Buchläden angewiesen, in denen ich Titel entdecken konnte. Meine frühe Vorliebe für die Bücher von Elmore Leonard und Donald E. Westlake prägte meinen Geschmack für ein gutes Gleichgewicht zwischen Kriminalität und Komödie. Ich weiß nicht, was genau mich ansprach, aber ich vermute, es war die Dualität, das Beharren darauf, dass nichts eine Sache sein musste, dass das Leben tatsächlich diese großen tonalen Verschiebungen vom Gelächter zu plötzlicher Gewalt widerspiegelte.

Diese Verbindung aus Verbrechen und Komik ist in „Eine wahre Freundin“ sehr gelungen. Warum haben Sie den Roman so angelegt?

Ich habe einige der Filme erwähnt, von denen ich mich zuvor inspirieren ließ. Eineb Einfluss, den ich nicht erwähnt habe, war Shane Black. Ich hatte mir „Kiss Kiss Bang Bang“ noch einmal angeschaut, und ich glaube, „The Nice Guys“ war gerade erschienen, und ich wollte etwas in diesem Ton schreiben, weil es die Art von Zeug ist, zu dem ich als Fan am meisten zurückkehre. Ich glaube, viele meiner Arbeiten haben einen dunklen komischen Touch, aber ich wollte, dass er hier die treibende Kraft ist.

Es gibt einige große komische Szenen in dem Roman – unter anderem in Wolfsteins Küche. Wie sind Sie sie angegangen?

Das Buch beginnt mit Rena und Enzio, und ich glaube, ich habe dort festgestellt, was ich wollte – die Art und Weise, wie sie auf ihn reagierte, die Dinge, die sie einander sagten, dieser erste Ausbruch komödiantischer Gewalt. Die Szene in Wolfsteins Haus war in Wirklichkeit eine groß angelegte Spinnerei. Ich sah mir Filme wie „Ball of Fire“ und „My Man Godfrey“ und „The Lady Eve“ noch einmal an, um zu sehen, wie die Meister das Chaos einiger dieser großen Kulissen ausbalancierten. Das Chaos ist lustig. In „Eine wahre Freundin“ ist eine Menge Chaos – ich glaube, ein guter Teil des Humors rührt daher.

Aber es gibt auch die Gefahr, dass mit Komik und Gewalt letztere heruntergespielt. Haben Sie darüber nachgedacht?

Ich habe darüber nachgedacht. Ich wollte, dass die Gewalt übertrieben ist wie in „The Long Kiss Goodnight“, aber nicht cartoonhaft. Da kommt die Kraft der Innerlichkeit ins Spiel – an vielen Stellen in diesem Buch denken Rena, Lucia und Wolfie darüber nach, wie Gewalt ihr Leben geprägt hat. Selbst wenn eine Gewaltszene chaotisch und komödiantisch verläuft, ist sie dadurch in der Realität der Gewaltfolgen verwurzelt.

Und noch eine letzte Frage zu dem durchaus ungewöhnlichen Originaltitel: Wie ist es denn zu „A Friend is a gift you give yourself“ gekommen?

Mein ursprünglicher Titel war „Widow and Wolfstein“ Ich glaube, ich hatte etwa fünfzig Seiten, als ich hörte, wie jemand im NPR das Zitat von Robert Louis Stevenson teilte: “ A Friend is a gift you give yourself „. Ich habe es in die Geschichte als etwas eingefügt, das Wolfstein aus einem Buch mit Zitaten gelernt hat, das sie in ihrem Haus aufbewahrt. Ich mochte die Aufrichtigkeit dahinter – das ist es, was sie tatsächlich glaubt, so ist sie im Leben zurechtgekommen -, aber ich mochte auch die Art und Weise, wie es als Titel eines komischen Krimis funktioniert. Es klingt, als könnte es der Titel eines Selbsthilfebuches oder so etwas sein. Aber stattdessen bekommt man diesen Screwball-Noir über eine Mafia-Witwe und einen Pornostar im Ruhestand.