Pascal Dessaint: Verlorener Horizont

 

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Pascal Dessaint hat nicht den typischen Kriminalroman geschrieben, bei dem am Ende die Gerechtigkeit siegt. Seine Helden wissen von Anfang an, dass es diese in der Welt nicht gibt und flüchten aus ihr an den Rand der Gesellschaft. Lucille, eine junge Lehrerin, die den Migranten im Dschungel von Calais helfen wollte, trifft auf Anatole, den einsamen Wolf, dessen großes Vorbild Jean Gabin ist. Selbst ein Ausgestiegener, bietet er ihr eine Zuflucht an und lässt sie auf seinem Gelände wohnen. Zwischen der jungen Frau und dem alten Mann entwickelt sich eine seltsame Nähe, die durch Loïk gestört wird, der nicht immer auf der richtigen Seite des Gesetzes gestanden hat. Sie bilden zusammen eine Art Schicksalsgemeinschaft, die hofft, dass man sie in Ruhe lässt, vergisst.
Doch die Gewalt ist nicht etwas, was sie einfach hinter sich lassen. Sie folgt einem oder man trägt sie in sich.

Pascal Dessaint ist ein faszinierender Roman Noir gelungen, der unter Beweis stellt, wie schleichend das Verbrechen sich einnistet.

Aus dem Französischen von Ronald Voullié / Beate Braumann

Mit einem Nachwort von Ute Cohen

224 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-948392-32-1 | EUR (D) 22,00 / EUR (A) 22,70

Erscheinungstermin: Juli 2021 | auch als E-Book